Dread Disease - bzw. Schwere Krankheiten Versicherung

Dread-Disease- bzw. Schwere-Krankheiten-Versicherung (Vor- und Nachteile)

 

Dread‑Disease‑Versicherung; was ist das?

Sie sogenannte Dread-Disease-Versicherung oder auch Schwere-Krankheiten-Versicherungen ist ein Produkt zur Absicherung der Arbeitskraft, welches aus dem anglo-amerikanischen Raum stammt, sich aber in den letzten Jahren am deutschen Versicherungsmerkt etabliert hat. Die Produkte werden unterdessen auch nicht mehr ausschließlich von anglo-amerikanischen oder australischen Versicherern sondern auch von heimischen Anbietern angeboten.

Welchen Schutz bietet Dread‑Disease‑Versicherung?

Eine Dread‑Disease‑Versicherung leistet im Unterschied zur BU-Versicherung bei einer vertraglich definierten schweren Erkrankung durch einmalige Kapitalzahlung. Ob der Versicherungsnehmer im Nachgang weiterarbeiten kann oder will, spielt keine Rolle.

In der Regel sind bestimmte, enumerativ aufgezählte Krankheiten (sog. Katalogkrankheiten) wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall oder aber auch bestimmte Unfallfolgen oder der Verlust elementarer Fähigkeiten versichert.

Die Vorteile der Dread‑Disease‑Versicherung sind 

  • Unabhängig von Berufsfähigkeit
    Die Leistung wird bei Eintritt einer bestimmten Krankheit sofort fällig, unabhängig davon, ob man noch arbeiten kann.
  • Steuerfreiheit der Auszahlung
    Für Privatpersonen ist die Auszahlung gewöhnlich steuerfrei; bei BU-Renten fällt hingegen teilweise Steuer (Ertragsanteil) an 
  • Keine Gesundheitsprüfung wie bei einer BU-Versicherung
    Die Gesundheitsfragen bei Abschluss einer Dread‑Disease-Versicherung sind auf niedrigem Niveau; d.h. einige Vorerkrankungen – wie z.B. Psyche – keine Rolle spielen.
  • Kein Nachprüfungsverfahren
    Durch die versicherte Einmalzahlung muss sich der Versicherungsnehmer keinen Nachprüfungen unterziehen.

Nachteile

  • Eher begrenzter Schutzumfang
    Viele Krankheiten, die zur Berufsunfähigkeit führen können – wie orthopädische Beschwerden oder psychische Erkrankungen - sind nicht versichert.
  • Vertrag endet in der Regel nach der Einmalzahlung  
    es besteht kein weiterer Versicherungsschutz bei Folgeerkrankungen 
  • Relativ teuer
    Wenn man einen Einkommensverlust über Jahre absichern will, muss eine hohe Versicherungssumme vereinbart werden, was zu einer entsprechend hohen Prämien führt.

Kann es bei Leistungsfällen in der Dread-Disease Versicherung zu Streit kommen?

Obwohl die Leistungskatalog grundsätzlich vermuten lässt, dass bei Eintritt der Erkrankung kein Raum für Streit ist, bleiben Rechtsstreitigkeiten nicht aus, wie unsere eigene anwaltliche Praxis zeigt. Die Versicherer knüpfen im „Kleingedruckten“ letztlich nicht selten zusätzliche Voraussetzungen an Ihre Leistungspflicht, was dann zum Rechtsstreit führen kann.

05.09.2012 Canada Life zahlt 300.000 € aus Dread-Disease-Versicherung nach Schlaganfall

17.10.2017 OLG Köln: Klausel über Erfordernis des Nachweises einer Gehirnblutung, Thrombose oder durch Embolie erlittenen Hirninfarktes der aufgrund bildgebender Diagnostik in der Dread-Disease (Schwere Krankheiten) Versicherung ist unwirksam.

 

Dr. Jörg Büchner, Fachanwalt für Versicherungs- und Medizinrecht

(Weitere Erläuterungen dazu auch im neuen Kommentar Berufsunfähigkeitsversicherung)

 

 

 

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